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Eine Reise zu Südafrikas Wein

Im Laufe der letzten Jahre hat sich Südafrika zum verheißenen Land des Weins gewandelt. Das Ansehen und der Qualitätsanspruch südafrikanischer Weingüter sind längst kein Geheimnis mehr. Doch nun erlebt der gesamte Kontinent eine wahre Weinrevolution.

Beleuchten wir Afrika im Hinblick auf Wein, so ist zu bedenken, dass der Genuss von alkoholischen Getränken aus religiösen Gründen in weiten Teilen des Kontinents untersagt ist – und genau das gilt als Ursache dafür, dass dieser Erdteil in puncto Weinproduktion und –vertrieb im weltweiten Vergleich weit hinten liegt.

Steig ein und bereise mit uns den afrikanischen Kontinent … Du kommst gerade noch rechtzeitig, um diesen Artikel zu lesen!

Südafrika

Südafrika ist zweifelsohne die bekannteste und angesehenste Weinregion des Kontinents. Der Weinbau ist hier auf das Jahr 1652 zurückzuführen, als die Niederländer den Handel zwischen Europa und Übersee vorantrieben. Es waren seinerzeit die Hugenotten, die nach der von Ludwig XIV durch sein Edikt von Fontainebleau veranlassten Verfolgungen und der daraus resultierenden Fluchtwelle schließlich nach Südafrika gelangten und dort um 1680 durch den Weinanbau zu Wirtschaftsprotagonisten wurden.

Drei Weinregionen Südafrikas wird besondere Bedeutung zugemessen, denn sie erobern derzeit den Weltmarkt. Die erste und älteste ist Constantia, am „Kap der Guten Hoffnung“, wo 1685 das erste südafrikanische Weingut gegründet wurde. Dicht gefolgt von Stellenbosch, die aufgrund ihrer kräftigen, vollmundigen Weine Berühmtheit erlangte. Und zu guter Letzt Paarl: Ursprung bester Schaumweine und Brandys.

Die populärste Rebsorte südafrikanischen Weins ist zweifelsohne die Chenin Blanc, dort „Steen“ genannt, welche Mitstreiter wie die Chardonnay, Sauvignon, Riesling, Colombard und Cape Riesling schlichtweg in die Tasche steckt. Dementgegen stechen beim Rotwein vor allem die Cabernet Sauvignon, Cinsault, Merlot und Shiraz hervor. Auch der rote Pinotage, eine Kreuzung von Cinsault und Pinot Noir gilt als Spitzensorte.

Tansania

Tansania hat erst seit kurzem einen gewissen Bekanntheitsgrad im Weinsektor erlangt. Es war im Jahre 2002, als Fiorenzo Chesini, ein Ingenieur aus Verona, den Entschluss fasste, eine bedeutende Investition in die Förderung lokaler Weinproduzenten zu tätigen. Dank Chesinis Anlage wurden im Herzen der Region Dodoma, auf einer Hochebene zwischen 1.100 und 1.200 Metern über dem Meeresspiegel und inmitten des Landes, bemerkenswerte Avantgarde-Weingüter geschaffen.

Die Weingüter des Dorfes Hombolo bringen kräftige und exotische Qualitätsweine hervor, die den Rebensäften anderer Länder und Kontinente in nichts nachstehen. Die tansanischen Weinberge bergen allem vorweg die Trauben Marzemino, Teroldego, Aglianico und Syrah – Rebsorten, die seinerzeit von europäischen Missionaren eingeführt worden waren.

Kenia

Kenia wird als Spitzenreiter in der afrikanischen Weinproduktion gehandelt. Der derzeit beste Wein wird aus der Rebsorte Colombard hergestellt, welche nahe des Naivashasees angebaut wird, nördöstlich von Nairobi.

Sollte dir nach etwas wirklich landestypischen zumute sein, so solltest du dir den mnazi keinesfalls entgehen lassen, einen milchigen Wein aus dem Saft der Kokospalme. Er entsteht durch die Gärung seines Safts und schmeckt reichlich sauer. Gleichzeitig möchten wir dich jedoch vorwarnen: Der mnazi scheint den Geschmack der meisten europäischen Verkoster nicht wirklich zu treffen!

Äthiopien

Bedauerlicherweise steht der Ursprung des Weinbaus in Äthiopien mit einer schwarzen Geschichtsepoche im Zusammenhang, denn er ist auf den italienischen Kolonialismus in Abisinia zurückzuführen. Es waren die italienischen Besatzer, die seinerzeit begannen, den Weinbau rund um die Hauptstadt Addis Abeba voranzutreiben. Nach der Unabhängigkeit von Italien im Jahre 1947 wurde die Weinherstellung von der einheimischen Bevölkerung übernommen, erlebte jedoch zunächst einen Stillstand. Als das Land im Jahre 2012 – Äthiopiens Ex-Präsidenten Meles Zenawi Einladung folgend – von dem französischen Giganten Castel bereist wurde, beschloss dieser, in die Entwicklung des äthiopischen Weinbaus zu investieren. Frankreich bürgerte seine Rebsorten Syrah, Chardonnay, Merlot und Cabernet Sauvignon ein, welche im Hochland und den grünen Tälern Äthiopiens beste Reifebedingungen gefunden haben.

Nordafrika

Marokko steht für Rotwein. Das bekannteste Weinanbaugebiet des Landes ist das Fès-Meknès in den nördlichen Ausläufern des Atlas-Gebirges. Doch auch an der Küste, in der Nähe der Königsstadt Rabat, sowie bei Casablanca, gewinnt der Weinbau zunehmend an Bedeutung.

Tunesien, ist dementgegen auf die Herstellung von Weißwein bester Qualität spezialisiert. Tunesien zählt zudem zu einem der wenigen afrikanischen Länder mit einer langen Weintradition: die erste Muskateller wurde bereits von den Karthagern zu Wein verarbeitet.

Ägypten stand bei unserer Rundreise auf dem Pflichtprogramm, denn der Anbau und die Herstellung von Wein sind dort tief verwurzelt, wie die Hieroglyphen, welche die Pharaonengräber und Schriftrollen zieren, illustrieren. Besonders das Nil-Delta wurde von den Alten Ägyptern intensiv mit Weinreben bepflanzt, der Wein galt als Leibgetränk des Adels. Der Legende nach war es der Gott Osiris, der den Männern seinerzeit die Schaffung des begehrten Rebensafts näherbrachte.

Da ca. 90% der ägyptischen Bevölkerung dem Islam angehört, wurde der Weinbau im Laufe der Zeit jedoch immer weiter vernachlässigt. Heutzutage scheint es, als ob es einige wenige Weinproduzenten gäbe, die ein Interesse daran hegen, den Weinexport Ägyptens (Rot-, Rosé- und Weißwein) voranzutreiben, um auf dem internationalen Markt Präsenz zu erlangen.

Nun denn… Bist du neugierig geworden? Dann leg “Africa” von Toto ein, nimm ein Glas Wein zur Hand und mach dich auf die Reise!

Jordan Inspector Peringuey Chenin Blanc 2015

Jordan Inspector Peringuey Chenin Blanc 2015 ist ein Weißwein der Ursprungsbezeichnung Stellenbosch aus einer hervorragenden Auswahl der Chenin des Jahrgangs  2015.

Oude Kaap Pinotage Reserve Collection 2014

Oude Kaap Pinotage Reserve Collection 2014 ist ein Rotwein der Ursprungsbezeichnung Western Cape mit den besten Trauben der im Jahre 2014 geernteten Pinotage und einem Alkoholgehalt von 13.5º.

Kann man sich Wein schönreden?

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„Muskateller? Nein, danke!“, hörte ich mich bis vor kurzem noch Nase rümpfend sagen:  Dann lernte ich, Weine zu verkosten.  

Wo Sommeliers und Weinkritiker auf einen Expertenhaufen zusammenkommen, um die neusten Weintrends und Produkte zu verkosten, freuen wir uns oft schon auf deren Geschmacksver(w)irrungen. Bei Blindverkostungen wird Rotwein für Weißwein gehalten, oder Champagner mit Prosecco verwechselt. Und eine 5€-Flasche wird einer 100€ teuren Flasche vorgezogen. Aber eine Weinverkostung kann oft auch eine überaus praktische Nebenwirkung haben. 

Ein Beispiel: Bei einer Weinprobe hat man Ihnen einen bestimmten Wein genauestens erklärt. Woher er kommt, welche Trauben, wie er aussieht, riecht und schmeckt.Vor allem aber hat Ihnen dieser jemand gesagt, was so besonders an dem Tropfen ist. Sie waren mit allen Sinnen dabei und sind den Anweisungen des Sommelieres gefolgt. Der Wein hat Sie aus den Socken gehauen, woraufhin Sie gleich ein paar Flaschen mit nach Hause brachten. Zu Hause, als Sie den Wein Ihrem Partner oder Freunden zeigen wollten, provozierte der gute Tropfen allerdings nur mehr ein „Hm, ja, ganz okay“. 

Mein Beispiel: Ich konnte Muskateller-Weine auf den Tod nicht ausstehen. Süß, viel zu stark im Geruch, aufdringlich. War nichts für mich. Aber zu Allerheiligen befand ich mich gerade in Spanien. Und hier isst man Kastanien, Süßkartoffeln und trinkt dazu einen gelben Muskateller. Da ich bereits wusste, dass mir das gelbe Zeug nicht schmecken würde, begann ich einfach den Wein zu beobachten und zu riechen. Ich versuchte zu erkennen, woran mich diese Aromen erinnern. Schließlich nahm ich doch einen Schluck und spülte den Wein ein paar Sekunden durch meinen Mund. Während ich mir die Aromen und Nuancen wie ein Gebet vorsagte – „Honig, sanfte Kräuter, leicht holzig“, wobei „Honig“ immer wieder kam – stellten sich meine Geschmacksknospen auf die Süße ein. „Wieder Honig, seidige und dichte Textur, Thymian, weiche Tannine“ – Ich war ganz verliebt, bin es immer noch. Auf die Frage, „Kann man sich Wein schön reden?“ antworte ich mit einem ganz klar beschwipsten „Ja!“

Sie sollten jetzt aber nicht alle Weine durchprobieren, die Ihnen nicht schmecken. Nutzen Sie die Erkenntnis zu Ihren Gunsten. Wenn Sie das nächste Mal einen Wein zu einem Essen mitbringen, machen Sie sich vorher die Mühe über ihn Bescheid zu wissen. Erklären Sie Ihren Freunden, was an dem Wein so Besonders ist. Sie werden ganz schön Eindruck schinden und Ihre Freunde werden den mitgebrachten Tropfen schlicht lieben. Außerdem wird sich die Übung wie ein Sommelier-Heimtraining mit der Zeit positiv auf Ihren Gaumen auswirken. 

Im Anschluss finden Sie einige besondere Weine zum Schönreden und für den puren Genuss. 

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Graham’s The Tawny: Nachdem der Portwein 7-9 Jahre in Eichenfässern gealtert ist, erhält er seinen einzigartigen Geschmack. 

 

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Floralis Moscatel D’Oro 50cl: Ein Weißwein, der von Uvinum-Nutzern mit 4 von 5 Punkten bewertet wurde.

 

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Tío Pepe: »Die in der Flasche abgefüllte Sonne Andalusiens«. Der Genuss wurde auch von renommierten Weinkritikern nicht übersehen: 94 Punkte, sowohl vom Weinführer Guía Peñín, als auch von Falstaff.

 

Foto: markus spiske