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Was beim Verkosten des Grappas zu beachten ist

 TAGS:Die grundlegenden Geschmacksrichtungen versteckt durch den Alkohol, die Aromen die man bei einem intensiven Gehalt von Alkohol unterscheiden muss, machen das der Vorkoster seine ganze Kraft ins Spiel bringen muss, um den Grappa zu verkosten. Einmal die erste Wirkung überwunden, eröffnet sich eine total andere Welt der Empfindungen, ganz anders als die des Weins, aber mit derselben Komplexität und Mystik.

Der Blick ist hierbei nicht so wichtig, wie es beim Wein der Fall ist. Hier sucht man einfach nur die perfekte Transparenz, die mit unterschiedlichen Helligkeitsstufen dargestellt werden kann. Angesichts des Verarbeitungsprozesses durch die Reinigung mit Destillation, kann nur ein schwerer Mangel die Trübung oder das Aussehen wie ein Schleier des Grappas zur Folge haben.

Der Grappa – ohne Ausnahme – ist farblos im Ursprung, denn die Farben der Trauben gehen beim Destillieren nicht in den Grappa über. So präsentiert der Grappa Farben, wenn er im Eichenfass gereift ist. Die Farben variieren zwischen sehr blassem gelb und einem dunklen Amber, abhängig von dem benutzten Holz und der Reifezeit im Fass. Manchmal sind die Grappas auch künstlich gefärbt mit Karamell und zeichnen sich von den vorherigen nur durch andere Farben aus und durch das Fehlen der aromatischen Eigenschaften durch das Holz.

Die hohe Konzentration des Ethanols im Grappa macht einige Wirkstoffe unbeständig. Deswegen können einige Aromen, die im Wein vertreten sind, hier noch verstärkt werden. Gleichzeitig greift der Alkohol dieRiechschleimhaut an und trägt so sehr schnell zur Müdigkeit und Empfindungslosigkeit des Geruchssinns bei. Deswegen sollte das direkte Riechen nur ein oder zwei Mal gemacht werden. Man sollte gut aufpassen, dass man den Geruchssinn nicht überanstrengt, insbesondere wenn man mehr als eine Probe kostet.

Im Grappa sowie auch im Wein finden wir, erste Aromen (aus der Frucht), zweite Aromen (die Gärung) und dritte Aromen (Reifung). Im Falle der aromatisierten Trauben erscheinen quartäre Aromen, die aus denhinzugefügten Wirkstoffen stammen. Die retro-nasale Geschmackswahrnehmung des Aromas ist sehr wichtig beim Grappa. Das ist das Aroma, das man zuerst schmeckt, nachdem man das Getränk im Mund hatte, beim Ausstoßen der Luft durch die Nase. Im Mund ist das Aroma des Alkohols nicht mehr ganz so aggressiv für den Geruchssinn und in diesem Moment kann man die bessere Komplexität der Aromen, die das Getränk hat,wahrnehmen.

Abhängig von den oder die Sorten der Traube im Weintreber, können wir im Aroma des Grappas aromatische Früchte wie (Äpfel, Bananen, Erdbeere, exotische Früchte), Nüsse, Pflanzen finden. Auch können einige unangenehme Aromen auftreten, die als Mängel bezeichnet werden, wie muffiger Geruch, Essigsäure, Wachs, Schweiß, Abgestandenes und andere. Das Aroma zeichnet sich durch seine Intensität, Feinheit, Offenheit, Komplexität und Ausdauer aus.