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Sidra – nicht einfach nur Apfelwein!

 TAGS:Hat man die Nase voll jeden Tag denselben Rot oder Weisswein beim Abendessen mit der Familie zu trinken, so empfiehlt sich etwas Abwechslung zu schaffen. Warum nicht mit Apfelwein aus Spanien? Oder aus Frankreich? Vor allem in der Weihnachtszeit ist dieser sehr beliebt und kommt auch aufgrund seines geringen Alkoholgehalts gut an.

Mit der Bezeichung „Sidra“ ist der „Apfelwein“ vor allem im Norden Spaniens, in der Region „Asturien“ ein Begriff. Dort trinkt man ihn gerne in geselliger Runde und meistens sogar aus einem Glas. Der Kellner serviert jedem Gast nacheinander das Glas, nachdem er dieses von weit oben aufgefüllt hat, das Glas befindet sich auf der Höhe des Oberschenkels. Oft hält er das Glas hinter dem Rücken und macht das Einschenken sozusagen blind. Dass dabei so mancher Spritzer daneben geht, ist klar. 

Sidre auszuschenken ist demnach ein alter volkstümlicher Brauch und wird sogar als Kunst bezeichnet.

Hergestellt wird der Wein mit seinen nur zwischen vier und sechs Alkoholgraden aus sauren, süßen und bittersüßen, speziellen Äpfeln, die sich allerdings nicht als Tafelobst eignen. Das Ergebnis, das letztendlich in der Flasche landet, ist so ungewiss wie seine Herkunft ? in Asturien gibt es viel hausgemachten Apfelwein, der ohne Etikett auf den Tisch kommt was as gegenüber den kommerziell produzierten Cidres oft die bessere Wahl ist.

Im Baskenland nennt sich das Sidra-Trinken Txotx, und die Saison beginnt Mitte Januar, so um den 21., wenn San Sebastián gefeiert wird, und geht bis Mitte April. Die im Baskenland verwurzelte ländliche Tradition zieht während dieser Zeit Tausende von Personen in die Sidrerías, wo man den Apfelwein direkt aus dem Fass ins Glas füllt, um den neuen Jahrgang zu testen. Auf den Ruf ?Mojón!? beenden die ?Catadores?, Männer, die ausschenken, ihr Schwätzchen und zielen mit dem unter Druck herausschießenden Strahl Apfelwein ins Glas des Wartenden. Schnell müssen die jeweils Nächsten herantreten, soll kein Tropfen vergeudet werden. Die Methode macht übrigens Sinn, denn so kommt Sauerstoff ins Glas, der die Sidra noch prickelnder, frischer und fruchtiger erscheinen lässt.

So beliebt ist das Ritual mittlerweile geworden, dass das Herstellen von Sidra oder Sagardoa (Apfelwein) längst keine Hausfrauensache mehr ist, sondern immer mehr den Önologen überlassen wird. Denn wie die Albariños, Ribeiros oder Valdeorras Galiciens oder der baskische Txacolí im Norden Spaniens kam auch die schon jahrhundertelang im Kantabrischen Gebirge gebraute Sidra mit ihrer mythischen Vergangenheit um eine zeitgemäße Veränderung nicht herum. 

Frankreich beispielsweise, größter Cidre-Produzent der Welt, das schon im fünften Jahrhundert die Äpfel vergären ließ, füllt seinen Apfelwein heute in Champagnerflaschen ab, wo er noch weiterreifen darf. Kanada stellt Cidre wie einen Eiswein her, was derzeit der letzte Schrei ist. Und in England findet man nicht weniger als acht verschiedene Cider-Typen ,vom populären Draft über Kompositionen mit Honig, Rosinen, Früchten oder Kräutern bis zum traditionellen Farmhouse Style.

 Hier zwei Apfelweine, die besonders zu empfehlen sind:

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Sautter Cidre Brut 250ml

 

 

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Sidra Zapiain 75cl, ein Beispiel für spanischen Apfelwein