Florent Dumeau: “Die Provence ist die Provence, sie ist die Welthauptstadt der Roséweine”

 TAGS:undefinedDas in der vierten Ausgabe von Click & Drink veröffentlichte Interview mit Florent Dumeau, Winzer der Fakultät für Önologie von Bordeaux und seit mehr als 15 Jahren Berater für Weingüter und Weinberge. Derzeit arbeitet er mit Weingütern in 8 Ländern zusammen, hauptsächlich in Frankreich (Saint Emilion, Pomerol, Provence), Spanien (Bodegas Habla, Bodega La Mejorada und ein Projekt in La Rioja Alavesa), Italien (Valpolicella, Sizilien), Südafrika, und auch Griechenland, Türkei, Serbien und Ungarn.

Mit Bodegas Habla, welche vor vier Jahren mit dem Projekt Rita startete, einem einzigartigen Wein, welcher der Anstoß für ein ausführliches Gespräch über Roséweine mit Florent war, arbeitet er seit 2005 zusammen.

Wie kam es zu Rita? Und was hat es mit dem Sitz des Projekts in Frankreich auf sich?

Es ist ganz einfach. 2009 sagte mir Juan Tirado –der Präsident der Bodegas Habla–, dass er eine große Bewunderung für die großartigen Roséweine hegt, besonders für jene der Provence wie dem Château d’Esclans oder Domaine d’Ott, und er fragte mich, wie wir hier selbst einen großartigen Roséwein hervorbringen könnten. Ich antwortete ihm: «Nun, lass uns in die Provence gehen!». So fing es an. Nach mehreren Reisen und dreijähriger Suche fanden wir endlich einen Weinberg in der guten Zone Côte de Provence, vor dem Berg Sainte Victoire.

In Spanien gibt es gute Weinberge und Terroirs für Roséweine. Warum fiel die Entscheidung der Bodegas Habla auf die Produktion in der Provence?

Das stimmt, Spanien bietet großartiges Potential für die Herstellung großartiger Roséweine. Aber die Provence ist die Provence, sie ist die Welthauptstadt der großartigen Roséweine, und ich denke, dass ihre schicke Seite und ihr Glamour mit Saint Tropez und den anderen typischen Städten der Gegend sehr gut zu der Philosophie und dem Image von Habla passt.

Und der Name, warum Rita? Er ist kurios, anders …

Das ist die richtige Frage für Valentín, unseren Grafiker und Künstler, aber die Flaschenform von Rita sowie der üppige Charakter des Weins erinnern uns an das berühmte aus Hollywood stammende Sexappeal, welches Rita Hayworth in den 40er Jahren verkörperte … Es ist eine Hommage an den Glanz jenes Zeitalters.

Eine weitere Besonderheit von Rita ist der Kristallstopfen. Warum hat man sich für diesen entschieden?

Es ist zu betonen, dass sein Kristallverschluss den Wein sowie seine Aromen besser konserviert als ein klassischer Stopfen. Es ist unser Hauptanliegen, dem Konsumenten den Wein in einem perfekten Zustand zu präsentieren. Deshalb haben wir ihn nicht nur aus ästhetischen Gründen ausgewählt. Aber es stimmt, dass seine Ästhetik perfekt zu Rita passt.

Spricht man über die Provence, ist sie also die beste Region für Roséweine?

Sicherlich eine der besten, zweifelsohne die berühmteste.

Warum sind einige Roséweine so hochpreisig? Liegt der Einfluss bei den verschiedenen Trauben, dem Verarbeitungsprozess, einer verringerten Produktion?

Zuerst einmal, weil die Zone der Côte de Provence begrenzt ist und weil der Konsum von Rotweinen sich innerhalb der letzten Jahre stark erhöht hat, sind immer weniger von ihnen auf dem Markt verfügbar und –logischerweise– steigen die Preise.

Es stimmt auch, dass die Côte de Provence hart an ihrer Kommunikation gearbeitet hat und dass einige Marken heute einen weltweit großen Erfolg feiern: Das ist beispielsweise der Fall vom Minuty, Miraval oder dem Whispering Angel von Sacha Lichine.

Wo wird Rita häufiger verkauft, in Spanien oder außerhalb?

Heutzutage eher in Spanien, aber die Verkäufe außerhalb steigern sich, besonders in den beiden amerikanischen Kontinenten.

Glaubst Du, dass es sich bei dem Konsum von Roséwein lediglich um eine vorübergehende Mode handelt oder um eine langlebige Tendenz?

In der Vergangenheit ist der Konsum von Roséwein in Frankreich jedes Jahr von 20% auf 35% gestiegen … Es ist eine unglaubliche Entwicklung und betrachtet man die Tendenz sowie die globale Erwärmung, können wir uns vorstellen, dass es so viele Jahre weitergeht.

Und werden Roséweine in Spanien bereits als Weine von guter Gastronomie oder immer noch als Sommerweine betrachtet?

Ich glaube, dass in Spanien ein enormes Entwicklungspotential besteht. Nach und nach habe ich immer mehr Roséweine in immer mehr Restaurants wahrgenommen. Dasselbe Phänomen beobachten wir seit einigen Jahren auch in Italien. Es ist schwierig, die Gewohnheiten der Verbraucher zu verändern: Hierbei spielen Avantgarde-Weingüter wie Habla eine wichtige Rolle.

Womit genießt Du Rita?

Ich trinke Rita gern mit Meeresfrüchten und anderen Delikatessen, aber ein absolutes Muss –sind meiner Meinung nach– Weißkäsesorten wie Beaufort oder Comté.

In der Provence gibt es mehrere Jahre haltbare Roséweine. Wie lange lässt sich Rita aufbewahren?

Die großen Roséweine der Provence repräsentieren stets Frische sowie aromatische Ausgelassenheit. Diese Charaktereigenschaften verlieren sich im Laufe der Zeit. Seine helle blasse Farbe neigt auch dazu, sich über die Jahre zu entwickeln. Ich befürworte es nicht, Roséweine altern zu lassen: Um sie wirklich zu genießen müssen sie jung verzehrt werden, ich würde sagen, ein bis drei Jahre nach dem Abfüllen in die Flasche. Das gilt auch für Rita.

Denkt die Bodegas Habla darüber nach, weitere Roseweine in das Sortiment aufzunehmen? Beispielsweise einen Rita Ice?

Rita Ice denke ich nicht … Aber ein weiterer Roséwein kommt bestimmt ins Sortiment. Wir beraten darüber, obwohl er wie immer einzigartig und original sein muss … Und momentan ist es ehrlich gesagt schwierig, einen Platz für einen weiteren Roséwein zu finden, an Ritas Seite …

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Habla Rita 2016

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